Albanischer Lek (ALL)

Kurz gesagt

Die wichtigste Sache in Albanien ist keine Vorschrift, sondern eine Sprachgewohnheit: Über die Hälfte der Albaner nennt Preise im „alten Lek“ – also mit einer Null zu viel. Wenn der Taxifahrer „zweitausend“ sagt und 200 Lekë meint, ist das kein Betrugsversuch, sondern ein Rechenstand von 1965. Ansonsten: 200 bis 10.000 Lekë im Umlauf, alte Scheine bleiben gültig, Deklaration ab 10.000 Euro.

Der alte Lek – die Falle, die keine ist

Albanien hat 1965 eine Währungsreform im Verhältnis zehn zu eins durchgeführt. Die alte Rechnung hat sich im Sprachgebrauch gehalten, und zwar erstaunlich hartnäckig: Nach Erhebungen der Zentralbank benennen 54 Prozent der Befragten Banknotenwerte, indem sie eine Null anhängen.

Die Verbreitung hängt vom Umfeld ab: Auf Märkten und im Familienkreis liegt sie bei über 80 Prozent, in Banken dagegen nur bei 28 Prozent, in Behörden bei 39 Prozent. Die Zentralbank wirbt seit 2021 mit einer Kampagne dagegen – sinngemäß „Weder alt noch neu, ich bin einfach Lek“.

Praktischer Umgang damit: Wenn ein genannter Preis um den Faktor zehn zu hoch klingt, ist er das meistens auch. Nachfragen oder den Betrag zeigen lassen löst es sofort. Und umgekehrt: Wer selbst einen Preis nennt, sollte den Schein dazu zeigen.

Scheine und Münzen

Die neue Serie umfasst 200, 500, 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 Lekë, ausgegeben zwischen 2019 und 2022. Die 10.000-Lekë-Note ist neu – diese Stückelung gab es vorher nicht.

Münzen gibt es zu 1, 5, 10, 20, 50 und 100 Lekë.

Alte Scheine bleiben gültig. Die Zentralbank stellt ausdrücklich fest, dass die bisherigen Banknoten in allen Stückelungen neben den neuen weiterlaufen; einen Termin für ein Ende der Gültigkeit hat sie nicht gesetzt. Ungültig sind nur deutlich ältere Ausgaben, etwa die 100-Lekë-Note und einzelne Serien aus den Neunzigern.

Wechselkurs

Der Lek schwankt frei, es gibt keine Bindung. Zur Orientierung lag der Euro zuletzt bei rund 92 Lekë. Eine Faustregel, die gut trägt: 100 Lekë sind gut ein Euro.

Ein- und Ausfuhr

Deklarationspflicht besteht ab 10.000 Euro oder Gegenwert, für Landes- und Fremdwährung, bei Ein- und Ausreise. Deklariert wird vor der Passkontrolle auf einem eigenen Formular, kostenfrei.

Die Bußgelder sind gestaffelt und steigen bei Wiederholung deutlich: Bei 10.000 bis 20.000 Euro werden beim ersten Mal 20.000 Lekë fällig, beim zweiten Mal zehn Prozent der Summe, ab dem dritten Mal 30 Prozent. Bei Beträgen über 50.000 Euro sind es 60.000 Lekë beziehungsweise 30 und 50 Prozent.

Ein Ausfuhrverbot für den Lek gibt es nicht. Auf deutscher Seite gilt die EU-Regel ab 10.000 Euro, weil Albanien Drittland ist.

Bargeld oder Karte?

Albanien ist deutlich bargeldlastiger als die Nachbarländer. Rund 69 Prozent der Bevölkerung haben ein Bankkonto, und es kommen nur etwa 16 bargeldlose Zahlungen pro Kopf und Jahr zusammen. Die Zahl der Kartenterminals wächst zwar kräftig, aber außerhalb von Tirana und den Küstenorten plant man besser mit Bargeld.

Die Europäische Zentralbank veröffentlicht für den Lek keinen Referenzkurs; er fehlt deshalb im Währungsrechner. Weitere Währungen: Währungen von A bis Z.