Polnischer Złoty (PLN)

Kurz gesagt

Im Umlauf sind Scheine zu 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Złoty. Bei der Anreise aus Deutschland gibt es keine Anmeldepflicht für Bargeld, weil es sich um eine EU-Binnengrenze handelt. Eine Besonderheit, die viele nicht kennen: Polnische Händler sind gesetzlich verpflichtet, Bargeld anzunehmen. Und beim Euro gibt es weder ein Zieldatum noch laufende Vorbereitungen.

Aktueller Referenzkurs

1 Euro = 4,3635 PLN
1 PLN = 0,2292 Euro
EZB-Referenzkurs, Stand 18. September 2026. Am Schalter gilt der höhere Sortenkurs.

Scheine und Münzen

Die polnische Nationalbank gibt Banknoten zu 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Złoty aus. Der 500er kam 2017 als jüngste Stückelung dazu. Alle seit dem 1. Januar 1995 eingeführten Noten bleiben gültig und laufen parallel.

Bei den Münzen gibt es neun Nennwerte: 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Groschen sowie 1, 2 und 5 Złoty. Anders als in Ungarn oder Tschechien wurden die kleinen Münzen nicht abgeschafft, und es gibt in Polen auch keine gesetzliche Rundungsregel an der Kasse. Der Groschen ist im Alltag noch vorhanden.

Händler müssen Bargeld annehmen

Das ist die Besonderheit, die im Vergleich zu Deutschland wirklich auffällt: Seit einer Novelle des polnischen Zahlungsdienstegesetzes, in Kraft seit dem 24. Oktober 2021, sind Akzeptanzstellen verpflichtet, Zahlungen von Verbrauchern in bar entgegenzunehmen. Ein „nur Karte“-Schild, wie es in deutschen Cafés inzwischen üblich ist, wäre in Polen für den normalen Ladenverkauf nicht zulässig.

Ausnahmen gibt es: Onlinehandel, unbeaufsichtigte Selbstbedienungsstellen, Großveranstaltungen bei vorheriger Ankündigung und Beträge oberhalb einer Schwelle, die sich am Durchschnittsentgelt orientiert und jährlich angepasst wird.

Bargeld im Alltag

Nach der Zahlungsgewohnheiten-Studie der Nationalbank entfielen am Point of Sale 40,2 Prozent der Bezahlvorgänge auf Bargeld und 57,8 Prozent auf Karte. Nach Wert kippt das Verhältnis deutlich: 28,1 Prozent bar, 71,1 Prozent Karte. Bargeld ist also das Mittel für die kleinen Beträge, die Karte für die großen – ein Muster, das man auch aus Deutschland kennt.

Praktisch kommst du in polnischen Städten mit Karte überall durch, auch kontaktlos. Auf Märkten, bei kleinen Ständen und in ländlichen Gegenden ist Bargeld weiterhin nützlich.

Wann kommt der Euro?

Gar nicht absehbar. Polen hat kein Zieldatum, keine politische Festlegung und keine laufenden Vorbereitungen. Der EU-Konvergenzbericht vom Juni 2026 stellt fest, dass Polen derzeit keines der vier Beitrittskriterien vollständig erfüllt: Die Inflation liegt mit 2,9 Prozent über dem Referenzwert von 2,7, seit 2022 läuft ein Defizitverfahren, der Langfristzins liegt bei 5,4 gegenüber 5,1 Prozent – und der Złoty nimmt nicht am Wechselkursmechanismus II teil.

Ohne mindestens zwei Jahre in diesem Mechanismus ist eine Euro-Einführung rechtlich nicht möglich. Wer also plant, kann für die absehbare Zukunft mit dem Złoty rechnen.

Ein- und Ausfuhr

Zwischen Deutschland und Polen verläuft eine EU-Binnengrenze. Eine aktive Anmeldepflicht für Bargeld gibt es dort nicht. Erst beim Überschreiten einer EU-Außengrenze – also etwa bei einer Weiterreise nach Belarus oder in die Ukraine – greift die Schwelle von 10.000 Euro mit schriftlicher Anmeldung. Polen erlaubt die Vorab-Anmeldung elektronisch über das Portal PUESC.

Zu beachten bleibt die deutsche Regel für Binnengrenzen: Ab 10.000 Euro muss Bargeld dem Zoll auf Verlangen angezeigt werden. Das ist keine Anmeldung von sich aus, aber eine Auskunftspflicht bei einer Kontrolle.

Abheben und wechseln

Am Automaten und an der Kasse wird dir in Polen häufig die Abrechnung in Euro angeboten. Nimm sie nicht. Bei dieser Dynamic Currency Conversion rechnet der Automatenbetreiber oder der Händler selbst um, zu einem Kurs, den er festlegt. Die Verbraucherzentrale rät ausdrücklich davon ab, auch wenn mit „Kursgarantie“ geworben wird. Wähle immer Złoty – die Umrechnung übernimmt dann deine eigene Bank, in aller Regel günstiger.

Zum Umrechnen: Währungsrechner. Weitere Währungen: Währungen von A bis Z.