Rumänischer Leu (RON)

Kurz gesagt

Der Leu kommt in acht Stückelungen von 1 bis 500 Lei, alle aus Polymer. Rumänien kennt gesetzliche Bargeld-Obergrenzen: Gegenüber Händlern darf man höchstens 10.000 Lei am Tag bar zahlen. Beim Euro gibt es derzeit kein verbindliches Zieldatum – Rumänien erfüllt keines der fünf Kriterien. Die Anreise aus Deutschland ist bargeldrechtlich unkompliziert.

Aktueller Referenzkurs

1 Euro = 5,2647 RON
1 RON = 0,1899 Euro
EZB-Referenzkurs, Stand 18. September 2026. Am Schalter gilt der höhere Sortenkurs.

Scheine und Münzen

Im Umlauf sind 1, 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Lei – acht Stückelungen, alle aus Polymer. Rumänien war 1999 das erste europäische Land, das komplett auf Kunststoffnoten umstellte; die halten länger und lassen sich schwerer fälschen.

Seit Juni 2026 gibt die Nationalbank gestaffelt die Emission 2026 aus, bei der lediglich die Unterschriften gewechselt haben. Alle älteren Noten bleiben parallel gültig.

Münzen gibt es zu 1, 5, 10 und 50 Bani. Einen Ein-Leu als Münze gibt es nicht – das ist bereits ein Schein.

Bargeld-Obergrenzen, die es in Deutschland nicht gibt

Rumänien begrenzt Barzahlungen gesetzlich. Nach dem Gesetz 70/2015 gilt:

  • 10.000 Lei pro Tag und Person gegenüber Händlern
  • 50.000 Lei pro Vorgang zwischen Privatpersonen

Eine Zahlung in mehrere Teilbeträge aufzuspalten, um die Grenze zu umgehen, ist ausdrücklich verboten. Relevant wird das bei größeren Anschaffungen – Autokauf, Immobiliengeschäft, größere Handwerkerrechnungen. Für den Urlaub spielt es keine Rolle, für wer dort investiert oder ein Haus kauft schon.

Wann kommt der Euro?

Nicht absehbar. Der Konvergenzbericht der Europäischen Zentralbank vom Juni 2026 stellt fest, dass Rumänien kein einziges der fünf Kriterien erfüllt: Die Inflation liegt deutlich über dem Referenzwert, das Defizitverfahren läuft seit 2020 mit einer bis 2030 verlängerten Korrekturfrist, die Schuldenquote steigt 2026 über 60 Prozent, der Langfristzins liegt bei 6,7 gegenüber 5,1 Prozent, und das Zentralbankgesetz ist rechtlich nicht vollständig kompatibel.

Dazu kommt der harte Ausschlussgrund: Der Leu nimmt nicht am Wechselkursmechanismus II teil, und allein dafür wären mindestens zwei Jahre nötig. Das frühere Regierungsziel 2029 ist damit praktisch erledigt. Ende Juli 2026 wurde eine politische Einigung verkündet, wonach die künftige Regierung mit der Nationalbank zunächst einen Fahrplan erstellen soll – ein verbindliches Datum gibt es also nicht.

Ein- und Ausfuhr

Rumänien ist EU-Mitglied und seit Januar 2025 auch im Schengen-Raum vollständig integriert. Zwischen Deutschland und Rumänien gilt damit die Anzeigepflicht auf Verlangen ab 10.000 Euro – man muss nichts von sich aus anmelden, aber bei einer Kontrolle Auskunft geben. Eine schriftliche Anmeldepflicht besteht nur beim Überschreiten einer EU-Außengrenze, etwa bei der Weiterreise nach Moldau oder in die Ukraine.

Abheben und zahlen

In den Städten ist Kartenzahlung breit verfügbar, auf Märkten und außerhalb der Zentren bleibt Bargeld nötig. Ein belastbarer Prozentwert für den Bargeldanteil liegt für Rumänien nicht vor – das Land ist in der entsprechenden Erhebung der Europäischen Zentralbank nicht erfasst, weil die nur den Euroraum abdeckt.

Wie überall in der Region gilt: Wenn der Automat die Abrechnung in Euro anbietet, ablehnen und in Lei abrechnen lassen. Zum Umrechnen: Währungsrechner. Weitere Währungen: Währungen von A bis Z.