Türkische Lira (TRY)

Kurz gesagt

Der größte türkische Schein ist die 200-Lira-Note – bei aktuellem Kurs rund dreieinhalb Euro. Größere Stückelungen gibt es trotz hartnäckiger Gerüchte nicht. Bei der Ausreise dürfen bis 185.000 Lira ohne Anmeldung mitgenommen werden, bei Devisen liegt die Grenze bei 10.000 Euro. Und: Alte „Yeni Türk Lirası“-Scheine von vor 2010 sind seit dem 1. Januar 2020 endgültig wertlos.

Aktueller Referenzkurs

1 Euro = 55,9077 TRY
1 TRY = 0,0179 Euro
EZB-Referenzkurs, Stand 18. September 2026. Am Schalter gilt der höhere Sortenkurs.

Scheine und Münzen

Im Umlauf sind 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Lira. Alle gehören zur Emissionsgruppe E9, deren Serien nebeneinander gültig sind. Zuletzt hat die Zentralbank am 11. September 2026 neue 50- und 5-Lira-Noten ausgegeben – geändert wurden dabei ausschließlich die Unterschriften, Größe und Gestaltung bleiben identisch, und alte Scheine gelten unverändert weiter. Ein Umtausch ist nicht nötig.

Münzen gibt es zu 1, 5, 10, 25 und 50 Kuruş sowie zu 1 und 5 Lira. Die kleinen Kuruş-Werte spielen im Alltag praktisch keine Rolle mehr: Ein Kuruş entspricht etwa 0,00018 Euro.

Die 500- und 1.000-Lira-Scheine, die es nicht gibt

In deutschen Reiseforen und auf Nachrichtenseiten taucht regelmäßig die Meldung auf, die Türkei gebe demnächst 500- oder 1.000-Lira-Scheine aus. Das stimmt nicht. Die Behauptung geht auf eine Äußerung eines Oppositionsabgeordneten aus dem August 2022 zurück, nicht auf eine Ankündigung der Zentralbank.

Zentralbankpräsident Fatih Karahan hat sich im November 2025 dazu geäußert und erklärt, man sei mit der bestehenden Stückelungsstruktur zufrieden, weil sie dabei helfe, Schattenwirtschaft in die registrierte Wirtschaft zu überführen. Das ist eine klare, wenn auch höfliche Absage. Der Stand der Zentralbank im September 2026 zeigt weiterhin 200 Lira als größte Note.

Was das praktisch bedeutet

Die Inflation hat den Bargeldalltag in der Türkei physisch unhandlich gemacht. Ein Gegenwert von 200 Euro entspricht rund 11.200 Lira – also 56 Scheine der größten Stückelung. Wer nennenswerte Beträge bar bewegt, trägt ein Bündel, kein Portemonnaie.

Daraus folgt für Reisende ziemlich direkt: In der Türkei ist Kartenzahlung nicht nur bequemer, sondern der Normalfall. Die Infrastruktur ist dicht – Anfang 2025 waren über 1,6 Millionen Kartenterminals aktiv. Bargeld brauchst du vor allem für Kleinbeträge: Märkte, Dolmuş, Trinkgeld, kleine Imbisse.

Die Zentralbank weist aus, dass der Anteil der Kartenzahlungen an den Haushaltsausgaben deutlich gestiegen ist: Debitkarten von 6,8 Prozent im Jahr 2015 auf über 10 Prozent, Kreditkarten ohne Ratenzahlung von 21 auf 34 Prozent. Einen belastbaren Prozentwert für den Bargeldanteil an allen Zahlungen veröffentlicht die Türkei nicht – anders als die Schweiz oder die USA gibt es dort keine vergleichbare Zahlungsmittelumfrage.

Ein- und Ausfuhr – und eine Zahl, die überall falsch steht

Bei der Einreise gibt es keine Betragsgrenze, weder für Lira noch für Fremdwährung. Wer größere Summen später wieder ausführen möchte, lässt sie sinnvollerweise bei der Einreise deklarieren.

Bei der Ausreise gilt:

  • Türkische Lira über 185.000 müssen mit einer Bargelderklärung beim Zoll angemeldet werden.
  • Devisen über 10.000 Euro oder Gegenwert ebenfalls.

Die Lira-Grenze wurde am 28. März 2025 von 25.000 auf 185.000 Lira angehoben. Bei Nichtanmeldung droht die Beschlagnahme und eine Meldung an die Finanzermittlungsbehörde.

Achtung bei einer verbreiteten Falschangabe: Auf zahlreichen deutschen Reiseseiten – und sogar auf einer englischsprachigen Seite des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums – steht weiterhin eine Grenze von 5.000 US-Dollar. Dieser Wert ist seit 2015 überholt. Wer danach plant, plant nach einer Regel, die es nicht mehr gibt.

Rechnerisch entsprechen 185.000 Lira derzeit etwa 3.300 Euro. In der Praxis greift damit fast immer zuerst die Devisengrenze von 10.000 Euro. Auf deutscher Seite kommt ohnehin die EU-Regel dazu: Die Türkei ist Drittland, ab 10.000 Euro ist unaufgefordert und schriftlich beim Zoll anzumelden.

Alte Lira: Nach 2010 gilt nichts mehr von vorher

Die Vorgängergruppe E8, die „Yeni Türk Lirası“ mit Noten zu 1, 5, 10, 20, 50 und 100 YTL, wurde zum 1. Januar 2010 aus dem Verkehr gezogen. Die Umtauschfrist lief bis zum 31. Dezember 2019. Seit dem 1. Januar 2020 sind diese Scheine vollständig wertlos – weder Bank noch Zentralbank tauschen sie noch um. Noch ältere Millionen-Lira-Scheine von vor der Währungsreform 2005 erst recht nicht.

Wer also Lira aus einem früheren Urlaub findet, prüft den Aufdruck: Nur Scheine mit „TÜRK LİRASI“ ohne das Wort „YENİ“ sind heute noch gültig.

Zum Umrechnen: Währungsrechner. Weitere Währungen: Währungen von A bis Z.