Dynamic Currency Conversion (DCC)

Kurz gesagt

Immer die Landeswährung wählen. Wenn der Automat oder das Kartenterminal fragt, ob du in Euro abrechnen willst, rechnet der Betreiber zu einem Kurs um, den er selbst festlegt – typischerweise mit einem Aufschlag von mehreren Prozent. Wählst du die Landeswährung, rechnet dein Kartenanbieter um, und der ist in aller Regel günstiger. Das ist eine der wenigen Geldregeln, die ohne Ausnahme funktionieren.

Was dabei passiert

Dynamic Currency Conversion, kurz DCC, heißt: Der Umtausch findet nicht bei deiner Bank statt, sondern beim Händler oder Automatenbetreiber. Technisch wird die Transaktion dann in Euro an dein Konto geschickt – der Betrag steht also schon fest, bevor dein Kartenanbieter überhaupt beteiligt ist.

Der Reiz für den Anbieter liegt im Kurs. Er darf ihn frei wählen und verdient an der Differenz zum Marktkurs. Der Reiz für den Kunden ist psychologisch: Man sieht einen Eurobetrag und glaubt, Klarheit zu gewinnen. Die Klarheit ist echt, sie kostet nur Geld.

Deshalb wird DCC auch so angeboten, dass man sie leicht annimmt: Die Euro-Option ist groß und farbig, die Landeswährung klein und grau. Manche Terminals formulieren die Frage so, dass „Ablehnen“ wie ein Abbruch der Zahlung aussieht. Ist es nicht – die Zahlung läuft normal weiter, nur in der Landeswährung.

Wo du es triffst

  • Am Geldautomaten: „Mit Umrechnung fortfahren“ gegen „Ohne Umrechnung“. Nimm die zweite Variante.
  • Am Kartenterminal im Laden oder Restaurant: Hier fragt oft gar nicht das Gerät, sondern der Beleg ist bereits in Euro ausgedruckt. Dann kannst du verlangen, in Landeswährung abzurechnen – der Vorgang wird storniert und neu gebucht.
  • Bei Online-Buchungen: Hotelportale und Fluglinien bieten Zahlung in Euro an, obwohl der Preis in Landeswährung ausgewiesen ist. Derselbe Mechanismus.
  • Bei der Hotelrechnung: Besonders häufig, weil die Beträge groß sind und kaum jemand den Kurs prüft.

Wie du den Aufschlag siehst

Innerhalb der EU hast du ein Werkzeug: Seit April 2020 müssen die gesamten Umrechnungskosten bei Zahlungen in einer anderen EU-Währung als prozentualer Aufschlag auf den EZB-Referenzkurs angezeigt werden, und zwar vor der Entscheidung. Steht dort ein zweistelliger Prozentwert, weißt du genug. Diese Pflicht gilt für EU-Währungen wie Złoty, Krone, Forint oder Leu – nicht für Franken, Pfund, Dollar oder Baht.

Außerhalb der EU rechnest du selbst: Den angebotenen Kurs mit dem Marktkurs vergleichen, etwa über unseren Währungsrechner. Drei bis sieben Prozent Aufschlag sind üblich, mehr kommt vor.

Der Spezialfall: zwei Aufschläge in einem

Die teuerste Kombination entsteht, wenn ein Automat gleichzeitig einen Betreiberzuschlag verlangt und DCC anbietet. Dann zahlst du eine Festgebühr und einen schlechten Kurs. Abbrechen und einen Bankautomaten suchen ist in diesem Fall fast immer die bessere Entscheidung – der Umweg kostet zehn Minuten, die Alternative mehrere Prozent.

Umgekehrt gibt es eine Konstellation, in der DCC nicht schadet: Wenn deine eigene Bank einen besonders schlechten Umrechnungskurs oder ein hohes Auslandseinsatzentgelt hat, kann das Angebot vor Ort gleichwertig sein. Verlässlich ist das nicht, und prüfen kann man es nur im Nachhinein. Als Regel bleibt es dabei: Landeswährung.

Verwandte Begriffe

Geldautomatengebühr · Wechselkurs · EZB-Referenzkurs