Geldautomatengebühr

Kurz gesagt

Beim Abheben können drei Gebühren zusammenkommen, und sie werden von drei verschiedenen Parteien erhoben: der Fremdgebühr des Automatenbetreibers, dem Auslandseinsatzentgelt der eigenen Bank und einem Betreiberzuschlag vor Ort. Dazu kommt als vierte, teuerste Falle die Umrechnung in Euro am Automaten. In Deutschland muss die Gebühr vor der Auszahlung am Bildschirm stehen – und du darfst dann noch abbrechen.

Die drei Gebühren auseinandergehalten

1. Fremdgebühr (Deutschland). Hebst du an einem Automaten ab, der nicht zu deinem Verbund gehört, verlangt der Betreiber ein Entgelt. Es trifft dich direkt, nicht deine Bank. Die Höhe setzt der Betreiber fest und sie muss vor der Auszahlung angezeigt werden. Wer dann abbricht, zahlt nichts.

Vermeiden lässt sich das über die Verbünde. In Deutschland gibt es vier große: die Cash Group (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, HypoVereinsbank), den CashPool (kleinere Privatbanken), das Netz der Sparkassen und das der Volks- und Raiffeisenbanken. Innerhalb des eigenen Verbunds ist das Abheben entgeltfrei. Viele Direktbanken geben Karten aus, mit denen an allen Automaten eines internationalen Systems kostenlos abgehoben werden kann – ein Blick ins Preis- und Leistungsverzeichnis lohnt mehr als jede Faustregel.

Eine oft übersehene Alternative: Cashback im Supermarkt. Viele Ketten zahlen ab einem Mindesteinkauf Bargeld an der Kasse aus, kostenlos. Die Beträge sind begrenzt, aber für 100 oder 200 Euro reicht es.

2. Auslandseinsatzentgelt (deine Bank). Zahlst oder hebst du in einer anderen Währung ab, verlangen viele Banken einen Prozentsatz des Umsatzes, häufig rund ein bis zwei Prozent, manchmal zusätzlich einen Mindestbetrag. Innerhalb der Eurozone fällt das weg, weil nicht umgerechnet wird. Entscheidend ist die Währung, nicht das Land: In Kopenhagen oder Prag wird umgerechnet, in Lissabon nicht.

3. Betreiberzuschlag (Automat im Ausland). Vollkommen unabhängig von deiner Bank verlangen viele ausländische Betreiber einen eigenen Zuschlag pro Abhebung, oft als Festbetrag. Besonders verbreitet ist das in den USA, in Thailand, in Italien und an Touristenstandorten allgemein. Weil es ein Festbetrag ist, gilt: einmal viel abheben statt mehrmals wenig.

Welche Automaten man meidet

Freistehende Automaten von Nichtbanken – in Flughäfen, Bahnhöfen, Hotellobbys, Einkaufszentren, Spielhallen, an Strandpromenaden – sind durchweg teurer als die Geräte in oder an einer Bankfiliale. Sie leben von der Gebühr, nicht vom Bankgeschäft. Dieselben Geräte bieten besonders aggressiv die Umrechnung in Euro an.

Ein zweites Erkennungszeichen: Automaten, die „no fee“ oder „gebührenfrei“ versprechen. Verdient wird dann über den Umrechnungskurs, und zwar deutlich mehr als eine offene Gebühr gekostet hätte.

Was in der EU transparent sein muss

Seit April 2020 müssen Banken und Automatenbetreiber bei Zahlungen und Abhebungen in einer anderen EU-Währung die gesamten Umrechnungskosten als prozentualen Aufschlag auf den EZB-Referenzkurs ausweisen – vor dem Vorgang, nicht danach. Das macht Angebote vergleichbar und ist der einzige Weg, die wahren Kosten zu sehen.

Die Regel hat eine harte Grenze: Sie gilt nur für Währungen von EU-Mitgliedstaaten. In der Schweiz, in Großbritannien, in der Türkei, in den USA oder in Thailand gibt es diesen Vergleichswert nicht. Dort hilft nur: lokale Währung wählen und selbst nachrechnen – etwa mit unserem Währungsrechner.

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Dynamic Currency Conversion · Wechselkurs · Girokonto